Montag, 4. Juli 2005

Abflug

mwe ella powelIch bin wieder da. Und doch bin ich nur da um zu sagen, dass ich nur kurz bleibe. Nämlich um Euch allen Auf Wiedersehen zu sagen. Mein Lebens-Focus, meine Perspektive hat sich ziemlich drastisch verschoben. Ich brauche mehr Zeit - um zu denken, um zu fließen, um zu sein. Ich habe gemerkt, wie mir das Bloggen Spaß macht und gleichzeitig exakt jene Zeit raubt, die ich nur mir widme. Im steten Dialog zu sein, bedeutet Anstrengung für mich und meinen Geist. Es tut mir wohler, wenn ich mal auch nicht denke, reflektiere, mich im anderen spiegle.

Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder.

"Der Meister handelt, ohne zu tun,
und lehrt, ohne zu reden.
Dinge erscheinen,
und er läßt sie kommen;
Dinge verschwinden,
und er läßt sie gehen."

(Tao te King)



Dienstag, 21. Juni 2005

Sonnenplatz

kate cymmer together
Foto: Kate Cymmer: Du & Ich

Welch ein Abend. Welch ein Heute! Und erst das Morgen!
Ich breche auf! In seine Arme, unsere Sonne und das Licht des Südens.

Fahre fort, fahre ins Glück., drück eins meiner beiden Augen zu und schenk Euch ein Lächeln.

Ich bin weg, ein paar Tage lang. Bade im Mehr und Noch-Mehr. Sitze am Sonnenplatz des Lebens. Und lass die Welt sich drehen.

Montag, 20. Juni 2005

Nasser Fall

vagina natur

Alles fließt. In gewissen Stunden. Vielleicht schon heute Abend?

Mit-Vergangenheit

illusion rine sunshine e
Foto: Rine Sunshine e

Zwei Mitvergangenheiten kreisen in meinem Kopf und krallen sich mein Gedankengut: Er kam und ging (viel zu schnell).

Heute noch frage ich: Warum nur habe ich ihm den Schlüssel zu meinem Koffer gelassen? Zu jenem Koffer, der immer noch am Dachboden steht, fest und sicher all die Dinge verbergend, die ich nur im Dunkel der Nacht, im Lichte einer Kerze, anzusehen wage. Er hätte die Chance gehabt, sich tief in meinem Inneren zu verankern, den Deckel öffnend, den Wert erblickend, das Licht ins Dunkel bringend. Doch er hat die Möglichkeit erst gar nicht erwogen, erst mich, dann sich, dann alles zu Boden gestoßen, das alles zertreten, und mir schließlich ein Lied gepfiffen, von dem ich heute noch Ohrenweh habe.

Mittlerweile liegt Staub und altes Fliegenzeugs auf dem Deckel des Koffers und erst gestern habe ich mich gefragt, ob mich überhaupt noch interessiert, was da drin sein könnte. Es fühlt sich alt, überlebt, nicht mehr relevant an.

Stattdessen säe ich weiße Luftballons, mit Gedanken an heute, an das Jetzt, an das, was die Sekunde mir befiehlt. Jede Zelle in mir erneuernd, Atemzüge erfüllt mit Frischluft, Liebe und einem Lachen, das ich mir verdient habe.

Freitag, 17. Juni 2005

RÄTSEL

klitoris1

Wer weiß, was das ist?

Kyra, Pornostar?

"Kyra (31) hatte die Beine gespreizt. Junge Männer guckten unter den Rock ihres Dirndls, tauchten mit einem verklärten Lächeln und leicht geröteten Gesichtern aus den Stoffmassen wieder auf, als hätten sie etwas ganz Tolles gesehen": Bitte keine Missverständnisse: Das bin nicht ich.

String-a-ling

tanga

Der gute, alte String: Nett anzusehen, aber irgendwie... Irgendwie....Irgendwie..... Einschnürend. Ja, genau dort. Ich hasse das "Arsch-frisst-Hose-Gesetz".

Achja, und dann das - Zeitungs-Meldung:

"Sexy String-Tangas bergen ein Gesundheitsrisiko. Zu diesem Schluss kommt der deutsche Mediziner Thomas Gent von der Association of Gynaecologists: Die zu kleine Unterwäsche ist demnach ein Herd für Entzündungen, da die Strings vielfach zu eng sind, berichtet BBC-online. Der Gynäkologe rät dazu, größer geschnittene Unterwäsche zu tragen."

Da gehe ich dann lieber ganz ohne. Und hoffe, dass mich der Wind nicht verweht.....

Mittwoch, 15. Juni 2005

Warten, dass er mich am Arsch leckt und sonst so Sachen

sillouette jerry avenaim
Foto: Jerry Avenaim/
Was ich mir dabei denke: Verrückt. Bitte, Kyra, sei wieder mal verrückt.


Staubfänger sein in der Sandburg meines Liebhabers. Ihn auf allen vieren anbetteln, er möge mich ins Meer schmeißen. Zwei Flaschen Chianti übers Haupt leeren und im Glück baden. Kreide fressen, piepsen, wie Miss Hollywood. Und nachher ablachen, weil die Show gelungen ist. Den Verhütungsring an den Finger stecken und probieren statt studieren. Ihm den Hintern entgegenrecken und warten, dass er mich am Arsch leckt. Croissants in Cocktailsauce tunken und Fisch mit Marmelade beschmieren.

Ich habe große Lust, die Welt auf den Kopf zu stellen.

Lust auf mich. Und sonst niemanden.

blume sonja witter1
Einsame Blume, von Sonja Witter

"Wohl doch nicht so im Stress?", fragte mich ein lieber Mitstreiter, namens Bettgeflüster, der mich mit seinen kleinen Spitzen immer wieder zum Nachdenken bringt. "Wohl doch nicht so im Stress?", fragte mich vorgestern eine Freundin, der ich aus Stress-Gründen abgesagt hatte, als sie mich beim Bummel zwischen Basilikum und Bohnenkraut am Markt erwischt hatte.

Ein guter Moment darüber nachzudenken, warum ich vor etwas oder vor anderen davonlaufe und das mit "zu viel zu tun" argumentiere.

Ja, ich bin job-technisch wahnsinnig eingesetzt. Und nein, ich habe derzeit nicht so viel Zeit, um mich in anderen Blogs umzusehen, über Geschriebenes zu reflektieren und es zu kommentieren. Aber immerhin finde ich zwischen zwei To-Do's stets eine Brücke, die mir erlaubt mich hier einzufinden und Gedankengut treiben zu lassen.

Gut. Warum der Rückzug - z.B. Freundinnen gegenüber? Warum selbst gewählte Einsamkeit, Beziehungs-Askese? M i t und b e i anderen zu sein, registriere ich mit zunehmendem Alter, kostet mich Kraft. Kraft der Projektion, Kraft, andere Konstrukte, andere Gedanken-Kompositionen nachzuvollziehen, Kraft an Verständnisfähigkeit. Vor allem Small Talk macht mich kaputt. Freundliches Nicken nach links und nach rechts, fragend, was denn die Kinder so machen, dabei scheißt sich eh keiner drum was wirklich ist. Heucheln ist Hecheln um das Ja von unbedeutenden Menschen. Dialog raubt - manchmal - Energie. Wenn ich ihn wage, dann ganz. Und genau dieses "ganz" kann ich im Moment nicht, weil ich mich selbst nicht "ganz" fühle, sondern immer nur drei Viertel, im schlechtesten Fall halb. Das ist zu viel um zu weinen. Und zu wenig, um die Welt zu umarmen.

Daher. Stress. Und nur Lust, mich um mich zu drehen. Aber nicht um andere.

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ich bin ein mensch, der gerne liest und manchmal zu viel denkt. ich bin eine lustvolle frau. ich bin eine traurige frau. ich bin voll glück und unglück, so wie viele andere menschen auch. ich suche. ich spiegle mich. an vielen orten. in vielen anderen menschen. und in vielen situationen. deshalb ist dieses weblog nicht nur ein ort meiner befindlichkeit. sondern auch einer meiner träume, abgründe und fantasien.

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